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Geowissenschaftliche Mitteilungen, Nr. 4, Juni 2001, S. 91-92
Bayer Akad. Wiss. [Hrsg.] (2000): Bergbau-Folgeschäden und Ökosysteme. – Rundgespräche Kommission Ökol. 20,144 S., 60 Abb., 27 Tab, München, (Dr. Pfeil). ISBN 3-931516-84-9. Preis: 40,– DM.
Die Entwicklung der Menschheit seit der Steinzeit vollzog sich in Zusammenhang mit der Nutzung natürlicher Rohstoffe, wobei nicht nur die nachwachsenden gemeint sind. Der Abbau von Erzen, Steinen und Erden, Stein- und Braunkohle, Erdöl- und Erdgas sowie die Nutzung von Grundwasser führte sowohl zum Aufschwung in verschiedener Hinsicht als auch zur Suche nach immer neuen Rohstoffen. Dabei wurden zunächst die Folgen der Nutzung bzw. sehr oft des Raubbaus vernachlässigt. Heute weiß man in vielen Gebieten der Erde von den teils dramatischen Folgeschäden des Bergbaus.
Die Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften lud im Oktober 1999 zu einem ihrer Rundgespräche ein. Die zehn Vorträge und die Diskussionen dazu sind in diesem Band zusammengestellt. Obwohl die im Titel des Buches (zugleich Titel des 21. Rundgesprächs) genannte Problematik weltweit gilt, befassen sich alle Beiträge mit Themen aus Deutschland. Das sichert dem Band hoffentlich eine besonders intensive Beachtung in Deutschland.
Wer die Beiträge dieses Bandes aufmerksam liest, wird sehr rasch bemerken, welch unterschiedlichen Auffassungen über die Rekultivierung der Bergbaufolgelandschaften bestehen. Sind sie wirklich in jedem Falle notwendig oder ist es nicht besser, große Teile der Landschaft sich selbst zu überlassen, um eine natürliche Entwicklung beobachten zu können? Eines wird dem Leser auf jeden Fall klar werden: In Mitteleuropa gibt es praktisch keine einzige völlig natürliche Landschaft mehr, alle Landschaften sind mehr oder weniger vom Menschen beeinflußt. Die Folgelandschaften des Bergbaus, besonders des sehr großflächig operierenden Braunkohlenbergbaus, angemessen zu gestalten, das ist eine große, lohnende Aufgabe, die weit über den engen Rahmen beispielsweise des Bundesberggesetzes hinausgeht. Die Folgen unseres heutigen Handelns werden noch unsere Urenkel und weitere Generationen zu spüren bekommen und zu tragen haben. Für die Bewältigung dieser wirklich großen und wichtigen Aufgabe sind umfassende, interdisziplinäre Arbeiten nötig, sowohl in der Forschung als bei der Realisierung.
Die Aussagen in diesem Band knüpfen teils auch an den Inhalt von Band 18 der Rundgespräche der Kommission für Ökologie an (Entwicklung der Umwelt seit der letzten Eiszeit). Daher sei hier auf die Rezension jenes Bandes hingewiesen.
D. H. Storch, Freiburg
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