| Review |
atw 45. Jg. (2002) Heft 8/9 – August/September, p. 560-561
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Zur Ökonomie und Ökologie künftiger Stromversorgung Innerhalb der nächsten 32 Jahre soll die Erzeugung von Strom aus Kernenergie in Deutschland beendet werden. Aber wie kann ihr derzeitiger Anteil von über 30% ersetzt werden? Der Anteil regenerativer Energieformen liegt in Deutschland bei derzeit etwa 5%. Wie und bis zu welcher Höhe kann er gesteigert werden? Und wie sehen die großen Energieversorgungsunternehmen diese Möglichkeiten? Diesen und vielen weiteren Fragen widmet sich der jetzt vorliegende Berichtsband "Zur Ökonomie und Ökologie künftiger Stromversorgung". In ihm finden sich die Vorträge und Diskussionen einer gleichnamigen, von der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften veranstalteten Fachtagung. Dieses Expertenwissen soll nun, in verständlicher Form und mit zahlreichen Abbildungen illustriert, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aus dem Inhalt des Buches seien hier nur einige Aspekte erwähnt. Nach den Angaben der Experten ist der Ausbau der regenerativen Energieträger aus verschiedenen Gründen begrenzt: Die Wasserkraft nimmt zwar in Deutschland mit 72% derzeit den Hauptanteil an der gesamten Stromerzeugung aus regenerativen Energieformen ein, der Bau neuer Wasserkraftwerke wird jedoch aus mehreren Gründen erschwert. So z.B. aufgrund von Protesten seitens des Naturschutzes und |
aufgrund sehr teurer ökologischer Auflagen sowie verkürzter Konzessionen für neue Kraftwerke. Die Photovoltaik dagegen kämpft in erster Linie um die Wirtschaftlichkeit: Kann es, z.B. mit Hilfe vielversprechender neuer Technologien, gelingen, die derzeitigen Stromerzeugungskosten von ca. 180 Pfennig/kWh um mehr als das Zehnfache zu senken? Auch im Bereich der Windenergie müssten die derzeit noch über das Stromeinspeisegesetz subventionierten Kosten weiter gesenkt werden. Auch hier werden Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten diskutiert, aber auch Grenzen aufgezeigt. Nach Ansicht der energiepolitischen Sprecherin der Grünen muss neben der intensiven Förderung von Forschung und Entwicklung regenerativer Energieträger über entsprechende Förderprogramme und politische Rahmenbedingungen eine Effzienzrevolution bei den fossilen Energietechnologien einhergehen sowie ein verstärkter Wille zur Energieeinsparung erfolgen. Ob diese Anstrengungen jedoch ausreichen werden, den hohen Anteil der Kernenergie an der Stromversorgung weitgehend durch regenerative Energieträger zu ersetzen, ist ungewiss. Offen bleibt dabei auch das Problem der CO2-Emissionen: Wird die Kernenergie in hohem Maße durch fossile Brennstoffe ersetzt, wird künftig in Deutschland mehr CO2 |
produziert werden – was den Beschlüssen auf der Weltklimakonferenz in Kyoto Ende 1997 entgegenlaufen würde. Wie wichtig, aber auch schwierig es ist, die einzelnen innovativen Techniken und Rahmenbedingungen zu einer Klimaschutzstrategie zu kombinieren und diese dann möglichst wertfrei zu analysieren, wird anhand eines Modells vorgestellt. Angesprochen wird in dem Band auch, welche Folgen ein nationaler Ausstieg aus der Kernenergie für die Sicherheit der noch laufenden Reaktoren in Deutschland hat. Darüber hinaus hat die Bundesregierung über ihre Erfahrung und Kompetenz (die Reaktoren in Deutschland gehören nach den bisherigen Störfällen zu den sichersten auf der Welt) einen sehr großen Einfluss auf die Sicherheitskonzepte kerntechnischer Anlagen weltweit erlangt, der nun gefährdet scheint. Ergänzt werden diese Ausführungen durch Informationen über den Entwicklungsstand von Brennstoffzellen sowie einen Überblick über den neuesten Stand der – in der Öffentlichkeit noch wenig bekannten – Entwicklung von thermonuklearen Fusionsreaktoren Bayerische Akademie der Wissenschaften [Hrsg.], Rundgespräche der Kommission für Ökologie; 28. und 29. Juni 1999, München. Erschienen im Verlag Dr. Friedrich Pfeil, ISSN 0938-5851, ISBN 3-931516-72-5, München, Juni 2000, 152 S., zahlreiche Abb. |
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