Besprechung

Zentralblatt für Geologie und Paläontologie Teil I

Jahrgang 2007, Heft 3/4, S. 419-420

570. Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.) (2005): Auf Spurensuche in der Natur: Stabile Isotope in der ökologischen Forschung. – In: Rundgespräche Kommission Ökologie, Bd. 30. – 174 S., 79 Abb., 15 Tab.; München (Pfeil), 17 x 24 cm, brosch., ISBN 3-89937-060-0; € 25,-.

Die Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften führte am 4. April 2005 ihr 32. Rundgespräch durch. Der vorliegende Band enthält zunächst das Inhaltsverzeichnis, das (Adressen-) "Verzeichnis der Vortragenden und der Diskussionsteilnehmer", das Vorwort sowie die Begrüßung durch den Präsidenten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nach der anschließenden "Einführung in das Rundgespräch: Isotope – Nuklide des gleichen Elementes mit kleinen Verschiedenheiten" durch die Organisatoren K. AUERSWALD & W. HABER folgen elf Vorträge mit den dazu geführten Diskussionen.
Die Thematik der Vorträge ist weit gespannt. Behandelt werden zunächst die Isotopendiskriminierung in biologischen Systemen, klimarelevante Informationen in polaren Eisbohrkernen, Stickstoffisotope in See- und Küstensedimenten, Ernährungsverhalten von Orchideen, die physiologische Ökologie der Photosynthese sowie die 13C- und 18O-Signaturen des CO2 als potentielle Marker für CO2-Flüsse im Ökosystem und Tierhaare als Werkzeug der Ökosystemanalyse. Danach folgen Beiträge zur Kohlenstoffspeicherung in Böden, zur Nutzung von Schwefelisotopen bzw. von Isotopen schwerer Elemente in der ökologischen Forschung und "last but not least" zur Untersuchung von Lebensmitteln mit geschützter geographischer Herkunft, um Etikettenschwindel aufdecken zu können.
Am Ende des Bandes gibt die Redakteurin (C. DEIGELE, München) wie immer in dieser Reihe noch die Abschlußdiskussion (fünf Seiten) und eine Zusammenfassung des ganzen Rundgesprächs wieder.
Als ein Beispiel sei die Arbeit "Partnertausch im dunklen Wald" herausgegriffen, deren Inhalt erst durch den Untertitel richtig deutlich wird. Es geht nämlich um das Ernährungsverhalten von Orchideen. Häufigkeitsanalysen stabiler Kohlenstoff-und Stickstoffisotope erbrachten Hinweise darauf, daß manche grünblättrige, scheinbar autotrophe Orchideen "sich teilweise auch auf Kosten des Pilzpartners ernähren. Diese partielle Mykoheterotrophie ist mit einem Wechsel des Pilzpartners verbunden und erlaubt den Orchideen ein Vordringen in den dunkelsten Schatten von Wäldern." Ein Resultat dieser Ergebnisse ist die Forderung, das zum Schutz von Orchideen teilweise betriebene Auflichten von Wäldern kritisch zu überdenken.
Die Inhaltsangabe spiegelt die weitgefächerte Thematik des Bandes wider. Gleichzeitig wird deutlich, daß der Titel "Stabile Isotope in der ökologischen Forschung" etwas zu eng gewählt ist, denn es sind auch andere Wissensgebiete betroffen, nicht nur von den Themen her, sondern auch durch die agierenden Personen. Anders ausgedrückt heißt dies, daß die Verbindungen zwischen Ökologie und anderen Naturwissenschaften sehr eng und unauflöslich sind. Gleichzeitig verdeutlichen die behandelten Themen den Praxisbezug ökologischer Forschung sehr. Deswegen ist es wünschenswert, daß diese – und nicht nur diese – Forschungen stärkere Unterstützung durch "die öffentliche Hand", Industrieverbände und andere nutznießende Interessenten erhalten.

D. H. STORCH

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