570. Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.) (2005): Auf
Spurensuche in der Natur: Stabile Isotope in der ökologischen Forschung. In:
Rundgespräche Kommission Ökologie, Bd. 30. 174 S., 79 Abb.,
15 Tab.; München (Pfeil), 17 x 24 cm, brosch., ISBN 3-89937-060-0; € 25,-.
Die Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften führte am 4. April 2005 ihr 32. Rundgespräch durch.
Der vorliegende Band enthält zunächst das Inhaltsverzeichnis, das (Adressen-) "Verzeichnis
der Vortragenden und der Diskussionsteilnehmer", das Vorwort sowie die Begrüßung
durch den Präsidenten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nach
der anschließenden "Einführung in das Rundgespräch: Isotope Nuklide
des gleichen Elementes mit kleinen Verschiedenheiten" durch die Organisatoren
K. AUERSWALD & W. HABER folgen elf Vorträge mit den dazu geführten
Diskussionen.
Die Thematik der Vorträge ist weit gespannt. Behandelt werden zunächst
die Isotopendiskriminierung in biologischen Systemen, klimarelevante Informationen
in polaren Eisbohrkernen, Stickstoffisotope in See- und Küstensedimenten,
Ernährungsverhalten von Orchideen, die physiologische Ökologie der
Photosynthese sowie die 13C-
und 18O-Signaturen
des CO2 als
potentielle Marker für CO2-Flüsse
im Ökosystem und Tierhaare als Werkzeug der Ökosystemanalyse. Danach
folgen Beiträge zur Kohlenstoffspeicherung in Böden, zur Nutzung von
Schwefelisotopen bzw. von Isotopen schwerer Elemente in der ökologischen
Forschung und "last but not least" zur Untersuchung von Lebensmitteln mit geschützter
geographischer Herkunft, um Etikettenschwindel aufdecken zu können.
Am Ende des Bandes gibt die Redakteurin (C. DEIGELE, München) wie immer
in dieser Reihe noch die Abschlußdiskussion (fünf Seiten) und eine
Zusammenfassung des ganzen Rundgesprächs wieder.
Als ein Beispiel sei die Arbeit "Partnertausch im dunklen Wald" herausgegriffen,
deren Inhalt erst durch den Untertitel richtig deutlich wird. Es geht nämlich
um das Ernährungsverhalten von Orchideen. Häufigkeitsanalysen stabiler
Kohlenstoff-und Stickstoffisotope erbrachten Hinweise darauf, daß manche
grünblättrige, scheinbar autotrophe Orchideen "sich teilweise auch
auf Kosten des Pilzpartners ernähren. Diese partielle Mykoheterotrophie
ist mit einem Wechsel des Pilzpartners verbunden und erlaubt den Orchideen ein
Vordringen in den dunkelsten Schatten von Wäldern." Ein Resultat dieser
Ergebnisse ist die Forderung, das zum Schutz von Orchideen teilweise betriebene
Auflichten von Wäldern kritisch zu überdenken.
Die Inhaltsangabe spiegelt die weitgefächerte Thematik des Bandes wider.
Gleichzeitig wird deutlich, daß der Titel "Stabile Isotope in der ökologischen
Forschung" etwas zu eng gewählt ist, denn es sind auch andere Wissensgebiete
betroffen, nicht nur von den Themen her, sondern auch durch die agierenden Personen.
Anders ausgedrückt heißt dies, daß die Verbindungen zwischen Ökologie
und anderen Naturwissenschaften sehr eng und unauflöslich sind. Gleichzeitig
verdeutlichen die behandelten Themen den Praxisbezug ökologischer Forschung
sehr. Deswegen ist es wünschenswert, daß diese und nicht nur
diese Forschungen stärkere Unterstützung durch "die öffentliche
Hand", Industrieverbände und andere nutznießende Interessenten erhalten.
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