| Besprechung |

INDUSTRIE-INITIATIVE FÜR UMWELTSCHUTZ e.V.
Nr. 9, September 2001, S. 14
BAYERISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN (HRSG.)
ALLERGIE, EINE ZIVILISATIONSKRANKHEIT?
Rundgespräche der Kommission für Ökologie; 21 (10.04.2000). Verlag Dr. Friedrich Pfeil, Wolfratshauser Str. 27, 81379 München, 2001. ISBN 3-931516-86-5. 120 Seiten kartoniert. 30 DM / Euro 14,34
Hintergrund der hier vollständig dokumentierten Tagung war einerseits die zunehmende Zahl von Allergien in westlichen Ländern, andererseits neuere Erkenntnisse aus epidemiologischen Studien, nach denen bestimmten Lebensstilfaktoren eine Bedeutung im Allergiegeschehen zukommen könnte. So segensreich sich die Auswirkungen der westlichen Zivilisation auf die Gesundheit und die Lebenserwartung der Bevölkerung ausgewirkt haben, so unklar ist ihre Rolle im Allergiegeschehen: Gerade die enormen Verbesserungen in der allgemeinen Hygiene – nicht nur im Haushalt, im Nahrungsmittel- und Wasserbereich –, sondern auch im Zuge von Impfungen und der Krankheitsbekämpfung durch Antibiotika – könnten über das Immunsystem auch das Allergiegeschehen beeinflussen. Um diesen Fragen nachzugehen; stellen führende Wissenschaftler in dem neuen Buch den derzeitigen Wissensstand aus Sicht der verschiedenen Fachbereiche vor. Beispielsweise zeigten Untersuchungen, dass das Risiko von Heuschnupfen, Asthma oder atopischer Sensibilisierung bei Kindern, die auf einem Bauernhof aufwachsen, wesentlich geringer ist als bei den anderen Dorfkindern. Welche der vielen Unterschiede, die zwischen Bauernhof und anderen Dorf Kindern bestehen, diesen "Schutz" bewirken, ist noch unklar. Erste Befunde deuten aber darauf hin, dass der Aufenthalt im Stall und damit die mikrobielle Belastung ein Erklärungsfaktor sein könnte. Insgesamt gibt der mit Abbildungen und Tabellen angereicherte Band wesentliche Materialien zu der provokant gestellten Frage: "Sind Allergien der Preis, den wir für die Segnungen unserer Zivilisation zahlen müssen?" – Sa.
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