| Titelinformation |
| Verzeichnis der Vortragenden und der Diskussionsteilnehmer am Rundgespräch | 7 |
| Vorwort | 9 |
| Begrüßung durch den Sekretär der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse, Herrn Prof. Dr. Drs. h.c. Hubert ZIEGLER | 17 |
| Jürke GRAUCarl Friedrich Philipp von Martius | 19 |
| Ernst Josef FITTKAU: Johann Baptist Ritter von Spix | 29 |
| Diskussion | 39 |
| Wilhelm LAUER: Die Tropen – klimatische und landschaftsökologische Differenzierung | 43 |
| Horst HAGEDORN: Rumpfflächen und Inselberge – Formengesellschaften der Tropen | 61 |
| Udo SCHWERTMANN: Ökologische Aspekte der Nutzung stark entwickelter Böden in den Tropen | 71 |
| Diskussion | 79 |
| Ernst Josef FITTKAU: Struktur und Funktion limnischer Ökosysteme Amazoniens | 81 |
| Wilfried MORAWETZ: Vegetationsformen Südamerikas – Ihre Genese und Verwandtschaft | 95 |
| Josef H. REICHHOLF: Überfluß oder Mangel: Was verursacht die Artenvielfalt in der Tropenfauna? | 105 |
| K. Eduard LINSENMAIR: Tropische Biodiversität – vom ursächlichen Verständnis der strukturellen und funktionellen Komplexität noch weit entfernt | 115 |
| Friedrich EHRENDORFER: Evolution und Lebensraum tropischer Holzpflanzen | 127 |
| Diskussion | 136 |
| Franz OBERWINKLER: Die phylogenetische Bedeutung tropischer Pilze, erläutert am Beispiel der Heterobasidiomyceten | 137 |
| Diskussion | 157 |
| Manfred KLUGE und Bettina VINSON: Der Crassulaceen-Säurestoffwechsel bei Orchideen Madagaskars: Analyse einer ökologischen Anpassung der Photosynthese | 159 |
| Diskussion | 172 |
| Ulrich LÜTTGE: Clusia: Ein Modellfall der ökophysiologischen Plastizität in einer tropischen Gattung | 173 |
| Diskussion | 186 |
| Erwin BECK: »Winter every night, summer every day«, ökophysiologische Herausforderung tropischer Hochgebirgspflanzen | 187 |
| Konrad FIEDLER: Lebenszyklen tropischer Bläulinge – von Interaktionen mit Ameisen geprägt | 199 |
| Diskussion | 215 |
| Otto von HELVERSEN: Blumenfledermäuse und Fledermausblumen – Wechselbeziehungen zwischen Blüte und Bestäuber und energetische Grenzbedingungen | 217 |
| Diskussion | 230 |
| Günter GERLACH: Duftanalysen – ein Schlüssel zum Verständnis der Bestäubungsbiologie neotropischer Parfümblumen | 231 |
| Diskussion | 240 |
| Franz Xaver FAUST: Der Umgang der Einheimischen mit ihrer tropischen Umwelt – Europas langer Weg zum Verständnis | 241 |
| Diskussion | 246 |
| Abschlußdiskussion | 249 |
Agerer, Reinhard, Prof. Dr., Institut für Systematische Botanik der Ludwig-Maximilians-Universität München, München
* Beck, Erwin, Prof. Dr., Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie der Universität Bayreuth, Bayreuth
Braun-Falco, Otto, Prof. Dr., Bayerische Akademie der Wissenschaften, München
Bresinsky, Andreas, Prof. Dr., Institut für Botanik der Universität Regensburg, Regensburg
* Ehrendorfer, Friedrich, Prof. Dr., Institut für Botanik und Botanischer Garten der Universität Wien, Wien
Ellenberg, Hermann, PD Dr., Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Hamburg
* Faust, Franz, PD Dr., Deisenhofen
* Fiedler, Konrad, Dr., Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl für Verhaltensforschung und Soziobiologie, Würzburg
* Fittkau, Ernst Josef, Prof. Dr., Zoologische Staatssammlung München, München
* Gerlach, Günter, Dr., Botanischer Garten München, München
* Grau, Jürke, Prof. Dr., Institut für Systematische Botanik der Ludwig-Maximilians-Universität München, München
* Hagedorn, Horst, Prof. Dr., Geographisches Institut der Universität Würzburg, Würzburg
* Helversen, Otto, von, Prof. Dr., Zoologisches Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Hoppe, Brigitte, Prof. Dr., Institut für Geschichte der Naturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München, München
Huber, Franz, Prof. Dr., Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, Seewiesen
Kandler, Otto, Prof. Dr., Botanisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, München
* Kluge, Manfred, Prof. Dr., Institut für Botanik der Technischen Hochschule Darmstadt, Darmstadt
* Lauer, Wilhelm, Prof. Dr., Geographisches Institut der Universität Bonn, Bonn
* Linsenmair, K. Eduard, Prof. Dr., Theodor-Boveri-Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie, Würzburg
* Lüttge, Ulrich, Prof. Dr., Institut für Botanik der Technischen Hochschule Darmstadt, Darmstadt
Moisy, Sigrid, von, Dr.phil., Bayerische Staatsbibliothek München, München
* Morawetz, Wilfried, Prof. Dr., Institut für Botanik der Universität Leipzig, Leipzig
* Oberwinkler, Franz, Prof. Dr., Botanisches Institut der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Lehrstuhl für Spezielle Botanik und Mykologie, Tübingen
Poelt, Josef, Prof. Dr., Institut für Botanik der Karl-Franzens-Universität, Graz
Raunig, Walter, Dr., Direktor des Staatlichen Museums für Völkerkunde München, München
* Reichholf, Josef H., Prof. Dr., Zoologische Staatssammlung München, München
Reinartz, Karl Dieter, Dr., Vorsitzender des Ritter von Spix Fördervereins Höchstadt, Höchstadt
Schneider, Dietrich, Prof. Dr., Starnberg
* Schwertmann, Udo, Prof. Dr., Lehrstuhl für Bodenkunde der Technischen Universität München, Freising-Weihenstephan
Utschick, Hans, Dr., Lehrstuhl für Landnutzungsplanung und Naturschutz der Ludwig-Maximilians-Universität München, Freising-Weihenstephan
Wasserthal, Lutz, Prof. Dr., Institut für Zoologie I der Universität Erlangen, Erlangen
Weberling, Focko, Prof. Dr., Arbeitsgruppe Biosystematik der Universität Ulm, Ulm
Ziegler, Hubert, Prof. Dr., Institut für Botanik und Mikrobiologie der Technischen Universität München, München
Den 200. Geburtstag des großen Brasilienforschers und Botanikers C. F. Ph. von Martius (†17. April 1794) nahm die Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zum Anlaß, am 27. und 28. September 1994 in einem Symposium "Bayerische Tropenforschung – Einst und jetzt" über diesen zeitgemäßen Forschungsbereich zu referieren und zu diskutieren.
Carl Friedrich Philipp von Martius unternahm als Botaniker zusammen mit dem Zoologen Johann Baptist von Spix eine von 1817 bis 1820 im Auftrag des Königs Maximilian Joseph I. von Bayern von der Königlichen Akademie der Wissenschaften durchgeführte Forschungsreise in Brasilien. Die in umfangreichen Publikationen erschienenen Expeditionsergebnisse stellen den wohl bedeutendsten Beitrag zur Erforschung Brasiliens, insbesondere des Amazonasgebietes, während der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts dar und setzen in angemessener Form die von Humboldt begonnene wissenschaftliche Erschließung Südamerikas fort. Sie umfassen neben dem Studium der Flora und Fauna Angaben über die Bevölkerung, vor allem die indianische, über Wirtschaftsstrukturen und bringen außerdem vielfältige detaillierte geographische Daten.
Tropenforschung hat heute große Aktualität. Die während der letzten Jahrzehnte von den Industrienationen zunehmend stärker geförderte wirtschaftliche Erschließung und Nutzung tropischer Landschaften hat zu tiefgreifenden Veränderungen der dortigen Naturräume und der Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung geführt. Hochdifferenzierte Ökosysteme gehen unwiederbringlich zugrunde, bevor man ihre Bausteine kennengelernt und ihr Funktionieren begriffen hat. Neu erschlossene Böden degenerieren, ehe man versteht, sie dauerhaft zu bebauen, alte Wirtschaftsformen weichen zwangsläufig von außen kommenden Nutzungsstrategien, die in der Regel die wachsenden sozio-ökonomischen Probleme nicht zu mindern vermögen.
Das Symposium sollte Einblicke vermitteln, wie sich bayerische Forschung der großen Herausforderung in den Tropen stellt. Obwohl kaum institutionalisiert, ist sie, wie sich zeigt, so breit gefächert wie bereits von Humboldt, Spix und Martius vorgegeben, zugleich aber auch so vielfältig und speziell, daß es nicht annähernd möglich war, im vorgegebenen Rahmen des Symposiums alle die maßgeblich in den Tropen arbeitenden bayerischen Wissenschaftler und Forschungsinstitute zu Worte kommen zu lassen. Eingedenk dessen, daß es letztlich nur dank der Initiative der Österreichischen Akademie möglich war, die Tradition Bayerischer Tropenforschung zu beginnen, wurden auch zwei führende Tropenbiologen aus der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die Herrn Professoren Dr. F. Ehrendorfer und Dr. W. Morawetz, als Referenten eingeladen.
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Ziegler, Prof. Dr. E. J. Fittkau
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