| Besprechung |
Teil II, Jahrgang 2003, Heft 3/4, S. 227-228
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342a. Heizmann, E. P. J. & Reiff, W. (2002): Der Steinheimer Meteorkrater. – 160 S., 155 Abb., 1 Tab.; München (Dr. Friedrich Pfeil), 17 x 24,5 cm, geb., ISBN 3-89937-008-2, € 15,–. Das Steinheimer Becken – so wird diese Struktur von den Geologen meistens benannt – wird seit über 170 Jahren geologisch erforscht. Lange zuvor waren zumindest Teile davon den Bewohnern bekannt, was durch die Beigabe von Schnecken aus den weithin berühmten Schneckensanden in steinzeitlichen Gräbern dokumentiert ist. Die Erforschung des Steinheimer Beckens und Seiner Entstehung spiegelt zugleich den allgemeinen (= weltweiten) Wissensstand bzw. den sich wandelnden Kenntnisstand in der Geologie wieder. Heute ist das Steinheimer Becken als Impaktkrater anerkannt. Interessant sind bei der Darstellung der Erforschungsgeschichte durch REIFF die Hinweise auf die frühen Vorläufer dieser Theorie: Genannt werden WERNER (1904, leider ohne Vorname), H. P. T. ROHLEDER (1933) und O. STUTZER (1936). Wer mehr dazu wissen will, muß den Verfasser fragen, denn die Arbeiten fehlen bedauerlicherweise – wie manche anderen – im Abschnitt »Weiterführende Literatur« (13 Titel). Das mit überwiegend hervorragenden Abbildungen (meist farbig) ausgestattete Buch ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst stellt REIFF das Steinheimer Becken vor. Danach gibt es eine »Darstellung der geologischen Zusammenhänge«, die u. a. folgende Abschnitte enthält: Zeittafel zur Erdgeschichte, Geologischer Bau Südwestdeutschlands, Meteorite – Material aus dem All, Kosmische Geschosse – Wie entsteht ein Meteorkrater? Einschlagkrater auf Mond und Erde, Der Steinheimer Meteorkrater, Arizona-Krater, Nördlinger Ries und Steinheimer Becken, Die See-Entwicklung. Im 2. Teil »Leben nach der Katastrophe – Paläontologie eines Meteorkraters« erläutert HEIZMANN kurz den erdgeschichtlichen Rahmen, die Fundstelle und ihre Fossilien sowie die Geschichte der paläontologischen Erforschung. Anschließend wird eine Auswahl wichtiger Fossilien vorgestellt, gegliedert in Pflanzen – Klimaanzeiger und mehr, Wirbellose (Schnecken und Muschelkrebse) sowie Wirbeltiere, die Sammel- und Präparationstätigkeit erläutert, das Alter der Fundstelle diskutiert und ein Bild der Vergangenheit entworfen. Diese fast vollständige Inhaltsangabe zeigt, daß die Autoren, die selber wichtige Beiträge zur Erforschung des Steinheimer Beckens geleistet haben, alle wesentlichen Aspekte des Themas behandeln und das leicht verständlich geschrieben. Ursprünglich war eine Broschüre geplant, als »Führer für das Meteorkratermuseum, einer von der Gemeinde Steinheim am Albuch betriebenen Zweigstelle des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart«. Herausgekommen ist ein gut gedrucktes Buch zu einem für die hervorragende Ausstattung mäßigen Preis. Es ist vor allem für den Besucher des Museums gedacht. Ihm und anderen Interessierten gibt es eine gute Einführung nicht nur zu diesem Meteorkrater und den darin enthaltenen Sedimenten, sondern ganz allgemein zu dieser Thematik. Man kann sich ruhigen Gewissens den Worten des Bürgermeisters von Steinheim, D. EISELE, in seinem Geleitwort anschließen: »Es ist ihnen [den Autoren) hervorragend gelungen, den hochwissenschaftlichen Stoff in für jedermann in verständlicher und anschaulicher Form auf zubereiten.« Sicherlich wird in absehbarer Zeit eine zweite Auflage nötig sein. Einige Hinweise zur Überarbeitung seien angemerkt: Die Schreibweise der verwendeten Begriffe sollte im ganzen Buch einheitlich sein, z. B. nicht Meteor-Krater und Meteorkrater. Die Zahlenangaben sollten auch überall identisch sein, nicht 45.000 und 50.000, die zweiseitige Abb. 26 sollte in der Mitte geteilt werden, um Informationsverluste zu vermeiden, die Widersprüche zwischen Text und Abbildungen müßte man beseitigen: Der Unterjura (im Text aber immer nur Schwarzer Jura) in Abb. 51 ist wesentlich mächtiger dargestellt als im Text angegeben, und das Fossil der Abb. 132 hat im Text einen ganz anderen Namen. D. H. STORCH |
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[2015]