Review

    

Mainzer naturwissenschaftliches Archiv

p. 326-327

LARINK, O., WESTHEIDE, W.: Costal Plankton. Photo Guide for European Seas. 143 S., 2006. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München. [ISBN 3-89937-062-7]. Euro 30,00.

Die Autoren weisen bereits im ersten Satz ihres Vorworts darauf hin: „Dieses Planktonbuch ist weder ein umfassender Bestimmungsschlüssel, der eine wissenschaftliche Arbeit über die Diversität des pelagischen Planktons ermöglichen würde, noch ist es ein vollständiges Fachbuch zum Thema Plankton“. Dies alles kann man für 30,- Euro, berücksichtigt man die überbordende Diversität unserer Meere, sicherlich auch nicht erwarten. Die Autoren stellen dann aber auch unmittelbar klar, welche Intention sie mit dem Buch verfolgen – eine Darstellung der wesentlichen Komponenten des Planktons in Form eines einfach zu benutzenden Buchs. Dabei konnten die Autoren auf Bildmaterial aus mehr als 40 Jahren Feldarbeit, das an zahlreichen Punkten unserer europäischen Küstenlinie zusammengetragen wurde, zurückgreifen.

Die sieben Seiten umfassende Einleitung befasst sich kurz mit dem wesentlichen Basiswissen zum Thema Plankton: Klassifikation des Planktons nach seiner Größe, Planktonproduktion im Jahresverlauf, Diversität des Zooplanktons, pelagische Larven (Meroplankton), trophische Verhältnisse und Nahrungsnetze, Ausrüstung zum Sammeln von Plankton und Probenbearbeitung – viel Stoff in komprimierter Form. Der Rest des Buches widmet sich der Darstellung der unterschiedlichsten Taxa des Planktons. Insgesamt werden Vertreter aus 35 Gruppen vorgestellt: angefangen von den Kieselalgen bis hin zu den Knochenfischen.

Der Text zu den Gruppen ist jeweils doppelseitig angelegt – auf der linken Seite finden sich allgemeine Informationen zur Gruppe in der oberen Hälfte der Seite, in der unteren Seitenhälfte folgt die umfassende Erklärung dessen, was auf der rechten Seite auf fast durchgehend farbigen Bildtafeln abgebildet ist. Die Autoren stellen auf insgesamt 60 Farbtafeln in 649 Abbildung all das vor, was einem „formenmäßig“ im Plankton begegnen kann. An manchen Stellen werden ganze Entwicklungsreihen vom frühesten Larvenstadium bis hin zum fertig ausgewachsenen Tier dargestellt. In der letzten Rubrik „Verschiedenes“ folgt nochmals eine bunte Zusammenstellung all dessen, was man unter das Mikroskop bekommen kann und nicht unmittelbar zu einer Tiergruppe gehört – angefangen vom Kotpellet bis hin zu terrestrischen Elementen wie Kieferpollen, die vom Wind ins Meer geweht werden. Ein dreiseitiges Literaturverzeichnis und eine Auswahl von 20 Plankton relevanten Internetadressen beschließen das Buch.

Bleibt es, den Autoren zu ihrem Werk zu gratulieren – das selbst gesteckte Ziel einer übersichtlichen Darstellung des Planktons wird definitiv erreicht. Abschließend stellt sich dann noch die Frage, wozu sollte sich ein Rheinland-Pfälzer (der vielleicht nicht übermäßig oft ans Meer kommt) das Buch kaufen? Zumindest die paläontologisch interessierten Leser werden beim Durchsuchen ihrer tertiären Sedimente auf zahlreiche Mikrofossilien aus den Gruppen der Diatomeen, Foraminiferen und Dinoflagellaten stoßen, deren erste grobe Zuordnung durch das vorliegende Buch sicherlich wesentlich erleichtert wird.

C. Renker

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