Review

2/2002 · Nr., 38, p. 9

Leben im Meer

Dieses Buch einmal durchblättern und dann weglegen, geht nicht. Selbst wer sich bisher nur wenig für die Tierwelt und ihre Strategien zum Überleben interessiert hat, wird Bilder und Informationen finden, die ihn fesseln und neugierig machen. Dem Autor, langjährigen Taucher und Unterwasserfotograf, der die Meeresbiologie sozusagen zum Nebenberuf machte, kam dabei sein als Neurologe und Psychater geschultes Beobachtungsvermögen zugute, dort noch interessante Details zu entdecken, wo andere achtlos vorbei tauchen.

Naturwissenschaftlich geschult konnte er zudem Zusammenhänge erfassen und die Ursachen und Hintergründe unter dem Gesichtspunkt der Evolution beleuchten. So widmen sich die 13 Kapitel exemplarischen Schwerpunktthemen, wie dem Diktat des Wassers, das zur Anpassung zwingt, der Sinneswahrnehmung, verrufenen Räubern in groß und klein, der Fortpflanzung und den Fischgemeinschaften im Riff, um nur einige her auszugreifen. Über 300 Unterwasseraufnahmen belegen die Aussagen und Beobachtungen, die in einer verständlichen, nicht wissenschaftlich überladenen Sprache präsentiert werden.

Dieses Buch bringt seinen Lesern das Leben im Meer näher, vermittelt Einsichten in Zusammenhänge, die den nächsten Tauchgang noch spannender wer den, bereits Gesehenes begreifen lassen. Professor Dr Werner Grüter und seinem in einigen Kapiteln mitwirkendem Co-Autor Arnd Rödiger ist es gelungen, ein Lesebuch zu schaffen, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, um Neues zu erfahren oder für selbst Beobachtetes Erklärungen zu finden.

Werner Grüter: Leben im Meer. Verlag Dr. Friedrich Pfeil München 2001, 288 Seilen, 330 Abb., ISBN 3-9315-1695-4, Euro 38.00

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